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Versöhnungsinitiative „Combatants for Peace“ mit Friedenspreis „Sievershäuser Ermutigung“ ausgezeichnet / von Susanna Veenhuis
Lehrte-Sievershausen. Der Krieg zwischen Israel und Palästina macht auch vor dem kleinen Dorf Sievershausen bei Lehrte nicht Halt. Aber anders als im Nahen Osten wird in Sievershausen dem Frieden und der Versöhnung ein Terrain bereitet. Im dortigen Antikriegshaus wurde jetzt die Initiative „Combatants for Peace“ mit dem mit 5000 Euro dotierten Friedenspreis „Sievershäuser Ermutigung“ ausgezeichnet. Die Bewegung hat sich die Versöhnung von Israel und Palästina auf die Fahnen geschrieben.
Das Antikriegshaus Sievershausen und die Stiftung „Frieden ist ein Menschenrecht“ vergeben diesen Preis alle zwei Jahre an Gruppen, Vereine, Organisationen oder auch an Einzelpersonen, die sich in herausragender Weise für von Krisen und Krieg Betroffene einsetzen. Die Wahl der sechsköpfigen Jury fiel diesmal auf die „Combatants for Peace“.
„Combatant“ heißt auf Deutsch Kämpfer. Für die in dieser Initiative engagierten Frauen und Männer aus den beiden verfeindeten Nationen ist es jedoch kein Widerspruch, sich unter dieser Bezeichnung für Frieden einzusetzen, denn früher bekämpften sich die meisten von ihnen als Soldaten tatsächlich gegenseitig. Schon im Kindergarten beginne die Indoktrination mit dem jeweiligen Feindbild, so dass friedliche Begegnungen praktisch nicht möglich sind. Persönliche Erlebnisse und Beispiele brachten und bringen die Menschen in dieser Bewegung zu der Einsicht, dass Gewalt keine Lösung ist. So beschrieben es Iris Gur aus Israel und Sulaiman Khatib aus Palästina von Combatants for Peace. Beide waren auf ganz eigene Weise zu dieser Erkenntnis gekommen, wie sie bei der Entgegennahme des Preises mit sehr persönlichen und emotionalen Einblicken in ihre Lebensgeschichten vor dem gut70-köpfigen Publikum darlegten. „Ich bin Israel und ich bin Palästina! Das trage ich in die Zukunft und auch hierher ins Antikriegshaus“, sagte Gur. Ihr Mitstreiter Sulaiman Khatib kannte von Jugend an nichts anderes als den bewaffneten Kampf, wurde mit 14 Aktivist und sogleich ins Gefängnis gesperrt. Dort befasste er sich in der Theorie weiter mit dem Thema Widerstand und stieß auf beeindruckende Beispiele gewaltlosen Widerstands – wie zum Beispiel auf die Geschichte von Nelson Mandela.
„Es hat eine überwältigende Wirkung, wenn Betroffene den scheinbar unvermeidlichen Kreislauf von Gewalt, Rache und Hass unterbrechen. Es macht Hoffnung, wenn ehemalige Kämpferinnen und Kämpfer verbittert verfeindeter Seiten die Waffen niederlegen, sich die Hand reichen und dadurch die tödlichen Narrative von Terror, Gewalt und Besatzung entlarven“, erklärte der stellvertretende Superintendent des Kirchenkreises Burgdorf, Dr. Tibor Anca.
„Wenn wir die Grausamkeiten in Israel und Palästina aus der Ferne wahrnehmen, können wir nur sagen: Es ist angebracht, von einem Kampf für den Frieden zu sprechen. Mit derselben Energie, Entschlossenheit und Zielstrebigkeit wie für den Krieg soll die Arbeit für den Frieden geführt werden“, sagte Dr. Ralph Charbonnier, theologischer Vizepräsident des Landeskirchenamts. „Die Combatants for Peace setzen sich seit Jahren für den Dialog und die Zusammenarbeit zwischen Israelis und Palästinensern ein, und dies unter schwierigsten Rahmenbedingungen“, begründete Dr. Edelgard Bulmahn die Entscheidung der Jury. „Gerade Ihre Arbeit gibt Hoffnung, dass Menschen unterschiedlicher Kultur, Herkunft, Religion und Interessen friedlich zusammenleben können.“
Auch der Laudator, der Journalist und Nahost-Kenner Dr. Daniel Alexander Schacht, hob die besonderen Umstände hervor, unter denen die Combatants for Peace unter anderem mit gemeinsamen Trauerfeiern und Gedenkveranstaltungen für Menschen aus Palästina und Israel ihre mühselige, oft von Rückschlägen begleitete Versöhnungsarbeit leisten – gegen den Widerstand der Hardliner, gegen festgefügte Vorurteile sogar aus den eigenen Reihen und Familien. „Gegen das nur scheinbar bequeme, auf die Dauer jedoch gefährliche Lagerdenken, das immer weiter in die Sackgasse führt, haben sich die Combatants for Peace entschieden, die andere Seite nicht länger nur durch die Zielfernrohre ihrer Waffen wahrzunehmen, sondern die Waffen niederzulegen. Zu loben ist der Mut zu dieser Entscheidung der Combatants, die Klarheit ihres Blicks auf die Realitäten, die Genauigkeit ihrer Kritik, ihre Zivilcourage und die Ausdauer, mit der sie dieses Engagement allen Widerständen zum Trotz verfolgen. Lassen Sie mich Ihnen dafür danken, dass sie diese Tugenden mit Leben erfüllen! Ich wünsche Ihnen, dass sie den langen Atem dafür haben werden, diese Tugenden bis zu einem guten Ende weiterzutragen!“
Antikriegshaus Sievershausen • Susanna Veenhuis 2024-12-09
oder
Zum Jahrestag des Angriffs auf die Ukraine laden wir am 24.02.2023 um 18:00 zu einer Nagelkreuzandacht in die Sievershäuser St. Martinskirche ein.
Die Nagelkreuzgemeinschaft setzt sich für Frieden und Versöhnung ein. Sie ist aus den Erfahrungen des zweiten Weltkrieges erwachsen, so galt die Arbeit zunächst der Versöhnung zwischen uns Deutschen und den von Nazideutschland überfallenen Völkern. Die Versöhnung im Nachkriegseuropa war eine der größten politischen und sozialen Veränderungen in der Geschichte. Nun haben wir wieder Krieg, und der Überfall auf die Ukraine markiert eine Zeitenwende. Wird es uns in der Zukunft gelingen, die Wunden, die dieser neue Krieg schlägt, zu heilen?
Im Anschluss an die Nagelkreuzandacht laden wir um 19:00 ins Antikriegshaus ein zu einer Diskussionsveranstaltung zum Thema „Pazifismus und Friedensethik in Zeiten des Krieges“
Was bleibt vom Pazifismus ein Jahr nach dem Einfall von Putins Armeen in die Ukraine? Was bleibt von der Friedensbewegung, in Zeiten eines blutigen Angriffskriegs gegen militärische wie zivile Ziele? Was bleibt von einer Friedensethik, die fordert, Schwerter zu Pflugscharen zu machen, wenn die Ukrainerinnen und Ukrainer für ihre Gegenwehr unsere Unterstützung, unsere Waffen brauchen?
In Zeiten schweigender Waffen ist es leicht, Pazifist zu sein, aber kann man in den Zeiten eines Angriffskriegs noch bedingungslosen Gewaltverzicht fordern, oder ist nicht vielmehr die Verteidigung legitim und braucht unsere Unterstützung? Wie kann eine Friedensethik nach dieser Zeitenwende aussehen? Welche Kompromisse müssen gemacht werden? Zu diesen Themen wollen wir diskutieren.
Zwischen den Veranstaltungen reichen wir einen kleinen Imbiss.
Diese Diskussion muss geführt werden.
Pazifismus konnte den Ukrainekrieg nicht verhindern. Das alte Ideal im Sinne der UN-Charta ist dennoch nötig, um den Krieg tatsächlich zu beenden.
Pazifismus ist nichts für Weicheier. Wenn es dazu noch eines Beweises bedurft hätte, haben die mittlerweile acht Monate Krieg gegen die Ukraine ihn erbracht. Wer sich skeptisch gegenüber weiteren Waffenlieferungen äußert, die Ansicht verbreitet, dass an Verhandlungen kein Weg vorbeiführe oder gar die Utopie einer Welt nicht aufgeben will, die auch gewaltsame Konflikte am Ende gewaltlos lösen kann, wird von allen Seiten zusammengeschossen. Selbst von ehemals Gleichgesinnten.
Denn auch einst stolz Zivildienstleistende, die den Akt der Kriegsdienstverweigerung wie einen Orden an der Brust tragen, eilen mit fliegenden Fahnen an die Front.
Pazifismus in Zeiten schweigender Waffen ist ein modisches Accessoire, das man sich wie den Button mit der Friedenstaube ans Revers heftet. Wenn es wie jetzt zur Sache geht, verschwindet er bei den meisten schnell in der Kiste mit den anderen Jugendidealen, die man sich abgeschminkt hat. Schlaghose, Palituch, BAP-Platte, Peace-Zeichen. Alles verdammt lang her.
In Kriegszeiten praktizierende Pazifisten hingegen gelten schnell auch mal als Verräter. Wer in der Ukraine selbst aus guten Gründen nicht an die Front will, muss sich verstecken oder fliehen. Wer als Russe nicht auf Ukrainer:innen schießen will, wird bei der Flucht in Nachbarstaaten gar als Sicherheitsrisiko eingestuft. Deserteur gilt in Zeiten des Kriegs oft als Schimpfwort. Anerkennung darf man, wenn überhaupt, erst Jahrzehnte später erwarten. Wie gesagt: Pazifismus ist nichts für Softies.
Keine der reinen Lehren führt zum Frieden, sondern nur der für alle schmerzhafte Kompromiss. Bei den großen Antikriegsdemonstrationen im Frühjahr in Berlin wurden Plakate getragen, die die Friedenstaube auf ukrainischen Nationalflaggen zeigten und eine Flugverbotszone forderten. Also eine Art bewaffneter Pazifismus. Einer, der den Einsatz von Militär nicht ausschließt, dabei aber nie vergisst, dass der nur das Mittel zum Zweck sein darf: dem Erreichen einer Verhandlungslösung.
Für Idealist:innen mag das absurd, ja hart klingen. Aber Pazifismus ist eben nichts für Weicheier.
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Zur Verwendung des Rassismus-Begriffes in der Versöhnungslitanei
Gleich werden wir, wie es in jeder Nagelkreuzandacht weltweit geschieht, die Versöhnungslitanei von Coventry beten. Aber an einer Stelle werden wir vom gewohnten Text abweichen. Die erste Bitte des Versöhnungsgebets, ihr seht sie vor euch, soll auf Drängen der Mehrheit der Nagelkreuzzentren in Deutschland geändert werden, auch das Nagelkreuzzentrum Sievershausen hält das für dringend erforderlich. Die Diskussion um diesen Passus hat bewirkt, dass die Nagelkreuzgemeinschaft Deutschland im nächsten Jahr eine Sondermitgliederversammlung durchführt, die sich ausschließlich mit dem einen Tagesordnungspunkt Versöhnungsgebet befasst. Das Versöhnungsgebet von Coventry entstand 1958. Es ist zu dem Gebet geworden, das die welt-
weite Nagelkreuzgemeinschaft geistig miteinander verbindet. So prägend das Versöhnungsgebet für die Nagelkreuzgemeinschaft ist, umso schwerer fällt es vielen in Deutschland, aber nicht nur hier, mittlerweile, die erste Zeile der Litanei mitzusprechen – und dies obwohl es als eine Gebetsbitte für unsere Mitschuld an den vielfältigen Formen von Rassismus verstanden werden könnte.
Bei allen Erwägungen, die seit mehr als zehn Jahren vollzogen werden, wurde deutlich, dass wir in erster Linie vor einer sprachlichen Problematik stehen: Während vielerorts auf der Welt kluge Menschen die Ansicht vertreten, dass Rassismus nur bekämpft werden kann, wenn die zumindest sprachliche Aufteilung von Menschen in Rasse-Kategorien beibehalten wird, sehen wir hier genau diese Konstruktion als die Ursache von Rassismus an. „Das Konzept der Rasse ist das Ergebnis von Rassismus und nicht dessen Voraussetzung“, heißt es in der berühmt gewordenen ‚Jenaer Erklärung‘ der Deutschen Zoologischen Gesellschaft aus dem Jahr 2019. Dort wurde unmissverständlich festgehalten, dass auch aus Sicht der Evolutionsforschung der „Rasse“-Begriff für den Menschen nicht verwendet werden kann – und auch niemals konnte. Es ist offensichtlich, dass speziell im angelsächsischen Sprachraum „Rasse“ eher im sozialwissenschaftlichen Sinn verstanden wird, wo es bei uns schlimmster Biologismus ist.
Nun plädieren ja Sprach – und - Liturgiewissenschaftler für einen behutsamen Umgang mit geprägten und vertrauten Gebetstexten und für eine spezifische Gebetssprache. Wie wichtig ist ein dem Gebet angemessener Sprachrhythmus? Und die Menschen der Nagelkreuzgemeinschaft stellen sich die Frage: „Wie wichtig ist uns ein einheitlicher Text, der uns weltweit verbindet?“
Nicht zuletzt die ‚Black lives matter‘- Bewegung hat uns für die Wirkmächtigkeit von Sprache und die nicht nur strukturelle Gewalt, die mit ihrer Hilfe ausgeübt wird, sensibel gemacht. Gerade in Deutschland, aber nicht nur hier, besteht eine gewachsene Pflicht zum im wahren Sinne sorgfältigen Umgang mit Sprache. Wir erinnern an den Dresdener Philologen Viktor Klemperer, dessen für das Fernsehen verfilmte Geschichte vor etwa 20 Jahren ein Millionenpublikum erreichte. In seinem Werk „LTI – Lingua Tertii Imperii“, (Sprache des ‚Dritten Reiches‘) verdeutlicht Klemperer die Wirkung, die Sprache auf das Ausmaß von Unmenschlichkeit hat.
Eigentlich wissen wir viel davon - und müssen doch immer wieder neu die Verwendung von Worten reflektieren und uns darüber klar werden, dass Menschen Opfer von Worten werden. Das Unheil, das mit der deutschen Auslegung von „Rasse“ in die Welt kam, ist unbestritten. Darum wollen wir ihn nicht mehr verwenden! Strittig hingegen, ob bei uneingeschränktem Hinterfragen nicht auch andernorts der Begriff zumindest auf den Prüfstand gehört. Dafür brauchen wir möglicherweise einen Prozess auf internationaler Ebene.
Es ist den Mitwirkenden in den Nagelkreuzzentren in Deutschland freigestellt, die Versöhnungslitanei an dieser Stelle in einer abgewandelten Form zu beten. Wir haben uns für eine vorläufige Lösung entschieden, die auch als eine Variante vom Leitungskreis der Nagelkreuzgemeinschaft Deutschland vorgeschlagen wurde: „Den Hass, der Menschen von Menschen trennt“
Diese Variante betont die Absicht der Gebetsbitte und verzichtet auf Näherbestimmungen von Kategorien des Hasses. Das hat den Vorteil, keine Debatte führen zu müssen, ob Begriffe wie Klasse oder Volk Kategorien sind, die heute nicht mehr verwendet werden sollten. Es wird einfach komplett auf Kategorisierungen verzichtet.
Ein zweiter Vorschlag „Den Hass, der Volk von Volk, Klasse von Klasse, und rassistisch Menschen von Menschen trennt“ ist näher am Duktus des Originals und erhält auch die beabsichtigte heruntergebrochene Kategorisierung, ist aber bei aller verdienstvollen Brandmarkung von Rassismus eine sprachliche Katastrophe, die wir dennoch möglicherweise in Kauf nehmen müssten.
Gleich werden wir, wie es in jeder Nagelkreuzandacht weltweit geschieht, die Versöhnungslitanei von Coventry beten. Aber an einer Stelle werden wir vom gewohnten Text abweichen. Die erste Bitte des Versöhnungsgebets, ihr seht sie vor euch, soll auf Drängen der Mehrheit der Nagelkreuzzentren in Deutschland geändert werden, auch das Nagelkreuzzentrum Sievershausen hält das für dringend erforderlich. Die Diskussion um diesen Passus hat bewirkt, dass die Nagelkreuzgemeinschaft Deutschland im nächsten Jahr eine Sondermitgliederversammlung durchführt, die sich ausschließlich mit dem einen Tagesordnungspunkt Versöhnungsgebet befasst. Das Versöhnungsgebet von Coventry entstand 1958. Es ist zu dem Gebet geworden, das die welt-
weite Nagelkreuzgemeinschaft geistig miteinander verbindet. So prägend das Versöhnungsgebet für die Nagelkreuzgemeinschaft ist, umso schwerer fällt es vielen in Deutschland, aber nicht nur hier, mittlerweile, die erste Zeile der Litanei mitzusprechen – und dies obwohl es als eine Gebetsbitte für unsere Mitschuld an den vielfältigen Formen von Rassismus verstanden werden könnte.
Bei allen Erwägungen, die seit mehr als zehn Jahren vollzogen werden, wurde deutlich, dass wir in erster Linie vor einer sprachlichen Problematik stehen: Während vielerorts auf der Welt kluge Menschen die Ansicht vertreten, dass Rassismus nur bekämpft werden kann, wenn die zumindest sprachliche Aufteilung von Menschen in Rasse-Kategorien beibehalten wird, sehen wir hier genau diese Konstruktion als die Ursache von Rassismus an. „Das Konzept der Rasse ist das Ergebnis von Rassismus und nicht dessen Voraussetzung“, heißt es in der berühmt gewordenen ‚Jenaer Erklärung‘ der Deutschen Zoologischen Gesellschaft aus dem Jahr 2019. Dort wurde unmissverständlich festgehalten, dass auch aus Sicht der Evolutionsforschung der „Rasse“-Begriff für den Menschen nicht verwendet werden kann – und auch niemals konnte. Es ist offensichtlich, dass speziell im angelsächsischen Sprachraum „Rasse“ eher im sozialwissenschaftlichen Sinn verstanden wird, wo es bei uns schlimmster Biologismus ist.
Nun plädieren ja Sprach – und - Liturgiewissenschaftler für einen behutsamen Umgang mit geprägten und vertrauten Gebetstexten und für eine spezifische Gebetssprache. Wie wichtig ist ein dem Gebet angemessener Sprachrhythmus? Und die Menschen der Nagelkreuzgemeinschaft stellen sich die Frage: „Wie wichtig ist uns ein einheitlicher Text, der uns weltweit verbindet?“
Nicht zuletzt die ‚Black lives matter‘- Bewegung hat uns für die Wirkmächtigkeit von Sprache und die nicht nur strukturelle Gewalt, die mit ihrer Hilfe ausgeübt wird, sensibel gemacht. Gerade in Deutschland, aber nicht nur hier, besteht eine gewachsene Pflicht zum im wahren Sinne sorgfältigen Umgang mit Sprache. Wir erinnern an den Dresdener Philologen Viktor Klemperer, dessen für das Fernsehen verfilmte Geschichte vor etwa 20 Jahren ein Millionenpublikum erreichte. In seinem Werk „LTI – Lingua Tertii Imperii“, (Sprache des ‚Dritten Reiches‘) verdeutlicht Klemperer die Wirkung, die Sprache auf das Ausmaß von Unmenschlichkeit hat.
Eigentlich wissen wir viel davon - und müssen doch immer wieder neu die Verwendung von Worten reflektieren und uns darüber klar werden, dass Menschen Opfer von Worten werden. Das Unheil, das mit der deutschen Auslegung von „Rasse“ in die Welt kam, ist unbestritten. Darum wollen wir ihn nicht mehr verwenden! Strittig hingegen, ob bei uneingeschränktem Hinterfragen nicht auch andernorts der Begriff zumindest auf den Prüfstand gehört. Dafür brauchen wir möglicherweise einen Prozess auf internationaler Ebene.
Es ist den Mitwirkenden in den Nagelkreuzzentren in Deutschland freigestellt, die Versöhnungslitanei an dieser Stelle in einer abgewandelten Form zu beten. Wir haben uns für eine vorläufige Lösung entschieden, die auch als eine Variante vom Leitungskreis der Nagelkreuzgemeinschaft Deutschland vorgeschlagen wurde: „Den Hass, der Menschen von Menschen trennt“
Diese Variante betont die Absicht der Gebetsbitte und verzichtet auf Näherbestimmungen von Kategorien des Hasses. Das hat den Vorteil, keine Debatte führen zu müssen, ob Begriffe wie Klasse oder Volk Kategorien sind, die heute nicht mehr verwendet werden sollten. Es wird einfach komplett auf Kategorisierungen verzichtet.
Ein zweiter Vorschlag „Den Hass, der Volk von Volk, Klasse von Klasse, und rassistisch Menschen von Menschen trennt“ ist näher am Duktus des Originals und erhält auch die beabsichtigte heruntergebrochene Kategorisierung, ist aber bei aller verdienstvollen Brandmarkung von Rassismus eine sprachliche Katastrophe, die wir dennoch möglicherweise in Kauf nehmen müssten.
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