Die Verleugneten - Ausstellung über vermeintlich Asoziale und Berufsverbrecher im Nationalsozialismus

Ende Januar 2027 kommt für vier Wochen eine wichtige Ausstellung nach Hannover:

„Die Verleugneten“, eine Ausstellung über vermeintlich Asoziale und Berufsverbrecher im Nationalsozialismus (https://www.die-verleugneten.de/).

Wir zeigen sie im Foyer der Volkshochschule und wir planen dazu ein Begleitprogramm. Um dieses Begleitprogramm gemeinsam zu entwickeln, laden wir ganz herzlich zu einem ersten Vorbereitungstermin ein:

Montag, 15.06.2026, 16:00 Uhr

ZeitZentrum Zivilcourage

Theodor-Lessing-Platz 1a

30159 Hannover

Dort wollen wir über die Ausstellung informieren und gemeinsam mit Ihnen und Euch Ideen entwickeln, wie wir die Themen der Ausstellung am besten transportieren können.

Da es sich bei den sog. Asozialen und Berufsverbrechern (so die Diktion der NS-Zeit) um marginalisierte Gruppen handelt, deren Verfolgung nach 1945 verdrängt wurde und die z.T. bis heute Stigmatisierung und Ausgrenzung erfahren, laden wir auch Verbände, Organisationen und Gruppen ein, die beruflich mit dem Thema zu tun haben.

 

Über Ihr Kommen würden wir uns sehr freuen. Bitte geben Sie eine kurze Rückmeldung an unser Netzwerk (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.)

Wenn Sie Fragen haben, so rufen Sie gerne an: 0171 – 5615026 (Sebastian Wertmüller)

Sollten Sie verhindert sein und Interesse haben, sich aktiv einzubringen, geben Sie uns bitte ein Zeichen.

Und wenn Sie Verbände, Gruppen oder Organisationen wissen, die die Thematik interessieren könnte, leiten Sie die Einladung bitte weiter

 

Zum Hintergrund:

In der NS-Zeit als »Asoziale« bezeichnet und verfolgt werden Menschen, die in der nationalsozialistischen »Volksgemeinschaft« keinen Platz haben. Das sind vor allem Arbeits- oder Wohnungslose, Bettler, Fürsorgeempfänger/-innen, Prostituierte oder unangepasste Jugendliche. Ihnen wird vorgeworfen, die Gemeinschaft zu gefährden. Bei ihrer Verfolgung arbeiten Behörden wie Fürsorgeämter, Justiz und Polizei zusammen. Sie schaffen ein engmaschiges Netz aus Überwachungs- und Zwangsmaßnahmen.

Als »Berufsverbrecher« werden seit den 1920er Jahren Personen bezeichnet, die Straftaten begehen, um daraus ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Als »Berufsverbrecher« gilt, wer in fünf Jahren drei Mal zu einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten verurteilt wurde. Die Kriminalpolizei kann damit Betroffene ohne Verdacht in »Vorbeugungshaft« nehmen.

In den KZs wurden diese Menschen mit dem grünen bzw. schwarzen Winkel gekennzeichnet. Sie blieben bei den Wiedergutmachungsgesetzen für die Opfer der NS-Zeit außen vor. Stattdessen gingen ihre Stigmatisierung und ihre Ausgrenzung weiter.

Erst im Jahr 2020 beschloss der Deutsche Bundestag die Anerkennung der als »Asoziale« und »Berufsverbrecher« Verfolgten als Opfer des Nationalsozialismus – 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs. »Niemand wurde zu Recht in einem Konzentrationslager inhaftiert, gequält oder ermordet.« (Zitat aus dem Beschluss)

In der Folge dieser Entscheidung aller Parteien (mit Ausnahme der AfD, die sich enthielt) wurde die Ausstellung „Die Verleugneten“ auf den Weg gebracht, um an das begangene Unrecht und an die jahrzehntelange Verdrängung zu erinnern.

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