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Die Ausschreibung 2026

Sievershäuser Ermutigung 2026

Friedenspreis für friedensförderndes Engagement in digitalen Räumen

Sievershausen, 30.03.2026

Die Dokumentationsstätte zu Kriegsgeschehen und über Friedensarbeit Sievershausen und die Stiftung Frieden ist ein Menschenrecht schreiben zum achtzehnten Mal den mit 5.000 Euro dotierten Friedenspreis Sievershäuser Ermutigung aus.

Wir leben in einer Welt, in der innergesellschaftliche wie internationale Konflikte zunehmend auch in digitalen Räumen ausgetragen werden. Desinformation sowie Hass und Hetze finden Verbreitung in sozialen Medien und digitalen Räumen und gefährden gesellschaftlichen Zusammenhalt, eine faktenbasierte und respektvolle Konfliktkultur, Demokratie und internationale Verständigung und Kooperation. Es gilt, die digitalen Räume nicht denjenigen zu überlassen, die an einem respektvollen Umgang, an faktenbasierten Diskursen und konstruktiver Kommunikation kein Interesse haben.

Für den Friedenspreis können Personen und Organisationen nominiert werden, die durch ihr Engagement in digitalen Räumen dem gesellschaftlichen Zusammenhalt dienen, sich aktiv gegen Hass, Hetze und Desinformation einsetzen und dabei Wege einer dialogischen, auf Verständigung angelegten Kommunikationskultur aufzeigen.

Ausgezeichnet werden Initiativen, die 

·         durch sachliche und glaubwürdige Informationsarbeit Vertrauen in öffentliche Diskurse stärken,

·         durch kreative Formate der Aufklärung und digitalen Zivilcourage Hassbotschaften entgegentreten,

·         ein respektvolles Miteinander über soziale und politische Differenzen hinweg fördern,

·         und durch ihr Beispiel Mut machen, Verantwortung für die eigene Sprache und den öffentlichen Umgangston zu übernehmen.

Die Wahl dieses Ausschreibungsthemas wurzelt in der Überzeugung, dass Frieden nicht nur auf internationalen Konferenzen oder in Konfliktregionen beginnt, sondern im alltäglichen Miteinander – auch und gerade in digitalen Räumen. Worte können Brücken schlagen oder Gräben vertiefen. Jene, die sich für Wahrhaftigkeit, Respekt und Verständigung einsetzen, tragen dazu bei, die Grundlagen demokratischer Kultur zu bewahren.

 

 

Vorschläge, Empfehlungen und Bewerbungen können bis zum 30. Juni 2026 in schriftlicher Form per Brief oder per E-Mail an die Dokumentationsstätte zu Kriegsgeschehen und über Friedensarbeit Sievershausen e.V. gerichtet werden. Bewerbungen sind formlos einzureichen, hilfreich sind jedoch nähere Angaben zur vorgeschlagenen Organisation, Initiative oder zum Projekt sowie aussagefähige Beispiele und Berichte der praktischen Arbeit.

Eine Jury wird im Laufe des Jahres über die Vergabe entscheiden. Die Preisverleihung wird im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung am Sonntag, d. 13. Dezember 2026 im Antikriegshaus Sievershausen erfolgen.


 

Sievershäuser Ermutigung 2022

Friedenspreis Sievershäuser Ermutigung für „Ferien vom Krieg – Dialoge über Grenzen hinweg“

Das Projekt „Ferien vom Krieg – Dialoge über Grenzen hinweg“, das schon seit vielen Jahren im Rahmen des Komitees für Grundrechte und Demokratie e.V. organisiert wird, erhält die ursprünglich 2020/21 ausgeschriebene Sievershäuser Ermutigung für engagierte und friedensfördernde internationale Jugend- und Begegnungsarbeit. Dieses Projekt hat 1994 während der Kriege im ehemaligen Jugoslawien begonnen, serbische, kroatische und bosnische Kinder zu gemeinsamen Ferienwochen am Meer einzuladen, und so dazu beigetragen, in den Ländern des ehemaligen Jugoslawien Versöhnungsprozesse in Gang zu setzen. Seit 2004 treffen sich junge Leute aus den drei Ländern zu gemeinsamen Friedenscamps und Aktivitäten. Mittlerweile ist daraus das Netzwerk „Youth United in Peace“ hervorgegangen, das länderübergreifend arbeitet und in dem jungen Menschen die Verständigung untereinander suchen.

Seit 2002 wurde das Projekt auf Israel/Palästina ausgeweitet. Hier organisiert „Ferien vom Krieg“ Workshops in Drittländern, wo sich Teilnehmende aus Israel und Palästina in einem neutralen geschützten Raum auf Augenhöhe begegnen können. Schon mehr als 2300 Teilnehmer*innen haben sich seitdem in Deutschland getroffen, um einen intensiven Dialog über die eigene und kollektive Geschichte in den beiden Gruppen zu führen und gemeinsam die aktuelle politische Situation zu beleuchten.

„Frieden ist eben nicht nur die Abwesenheit von Gewalt und Krieg,“ schreibt das Jury-Mitglied Dr. Maria Flachsbarth in der Begründung für die Entscheidung der Jury, „sondern vielmehr ein friedvolles Miteinander, das gegenseitiges Verständnis voraussetzt.“ Neben der Beseitigung von Konfliktursachen und Wiederaufbau müssten langfristige Versöhnungsprozesse initiiert werden, so Flachsbarth. „Häufig sind tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen notwendig, um Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft zu schaffen. Genau an dieser Stelle setzt das ausgezeichnete Projekt an, indem es bei jungen Menschen gesellschaftliche Mauern aufbricht.“ 

So leiste das Projekt „Ferien vom Krieg“ sehr praktische und wirksame Verständigungs – und Friedensarbeit, die dazu beitragen könne, Konflikte nachhaltig zu bearbeiten und so ein erneutes Ausbrechen zu verhindern.

Die Jury, der neben der langjährigen Staatssekretärin Dr. Maria Flachsbarth die Kreisjugendwartin des Kirchenkreises Burgdorf Ann-Marie Reimann, die frühere Bundestagsabgeordnete Dr. Ute Finckh-Krämer, die Bildungsreferentin bei der Ev. Jugend Sarah Vogel und, als Vertreterin des Antikriegshauses, Hannelore Köhler angehörten, war beeindruckt und erfreut über die Bewerbungen aus dem Bereich Internationale Begegnungsarbeit, die allesamt eine hohe Qualität und großes Engagement zeigten. „Es ermutigt auch uns selbst, durch die Ausschreibung des Preises mitzubekommen, wie viel hervorragende Arbeit mit jungen Leuten landauf landab geschieht, durch so viele engagierte Menschen!“, so Hannelore Köhler vom Antikriegshaus. Es sei nicht leicht gefallen, eine Entscheidung zu treffen. Gleichwohl wurde sich die Jury darin einig, „Ferien vom Krieg“ auszuzeichnen.

Der von der Dokumentationsstätte zu Kriegsgeschehen und über Friedensarbeit Sievershausen gemeinsam mit der Stiftung Frieden ist ein Menschenrecht ausgeschriebene, mit 5000 Euro dotierte Friedenspreis wird im Rahmen einer Feierstunde am Sonntag, 12. Juni 2022, 16.00 Uhr im Antikriegshaus den Vertreter*innen von „Ferien vom Krieg“ überreicht.

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Friedenspreis Sievershäuser Ermutigung

Die Sievershäuser Ermutigung wird seit über 20 Jahren im zweijährigen Rhythmus für beispielhafte Friedens- und Menschenrechtsarbeit verliehen. Die Verleihung findet jeweils in zeitlicher Nähe zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember statt. Die Ausschreibung erfolgt zu wechselnden thematischen Schwerpunkten. Im Jahr 2014 wurde das forumZFD für seine Arbeit in der zivilen Konfliktbearbeitung ausgezeichnet. 2012 wurden mit Brot & Rosen und DiaMiPa zwei Initiativen ausgezeichnet, die sich der Arbeit mit illegalisierten Flüchtlingen in Deutschland verschrieben haben. 2010 wurde die Radiojournalistin María Isabel Gámez vom Sender Radio Victoria in El Salvador für ihre Berichte über Umweltverbrechen im Bergbau, soziale Missstände, Menschenrechtsverletzungen und Korruption ausgezeichnet und 2008 die Organisation MADAM aus Sierra Leone für ihre Arbeit zur Rehabilitation von ehemaligen Kindersoldaten geehrt. Die Ermutigung soll die Preisträger in ihrer Arbeit bestärken und unterstützen, aber auch darüber hinaus Mut machen, sich für die Ziele von Frieden und Menschenrechten zu engagieren, wie Rupert Neudeck in seiner Laudatio 2006 hervorhob.

Der Verein Dokumentationsstätte zu Kriegsgeschehen und über Friedensarbeit Sievershausen e.V. besteht seit 1978 und betreibt in Sievershausen bei Hannover das Antikriegshaus als Veranstaltungs- und Ausstellungszentrum sowie die Antikriegswerkstatt als Seminarhaus mit Übernachtungsmöglichkeiten. Das Antikriegshaus steht an historischem Ort am Rande des Schlachtfeldes der 'Schlacht von Sievershausen', die als die opferreichste Schlacht der Reformationszeit (ca. 4000 Tote und 8000 Verletzte) gilt. Der Verein folgt einem umfassenden Verständnis von Friedensarbeit, das neben der Auseinandersetzung mit weltweiten Krisen und Konflikten auch Menschenrechtsthemen, ökologische Fragestellungen, Erinnerungsarbeit und Möglichkeiten gewaltfreier Konfliktbearbeitung im Nahbereich umfasst. Im Jahr 2013 wurde das Antikriegshaus Sievershausen für die Verleihung des Stiftungspreises „Freiheit und Verantwortung“ der Hanns-Lilje-Stiftung nominiert.

Die Stiftung Frieden ist ein Menschenrecht wurde 2014 ins Leben gerufen, um die ehrenamtliche Arbeit des Antikriegshauses abzusichern. Zurzeit besteht die primäre Aufgabe darin, das Preisgeld für die Sievershäuser Ermutigung bereitzustellen. Sollten die finanziellen Möglichkeiten wachsen, werden auch friedenspädagogische Aufgaben unterstützt.

Aus der Dokumentationsstätte und der Stiftung heraus wird unter Einschluss von interessierten und kompetenten Personen eine Jury gebildet, die sich zu jeder Ausschreibung neu zusammensetzen kann und die gemeinsam über den oder die Preisträger entscheidet. Damit soll der Entscheidungsprozess transparenter gestaltet und die Außenwirkung erhöht werden.

 

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