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Die ersten Rettungen der Humanity 2

Dieses Frühjahr hatten wir uns das Ziel gesetzt, 160.000 € zu sammeln, um die Humanity 2 von SOS Humanity in ihren ersten Einsatz zu schicken. Dank eurer großzügigen Spenden haben wir dieses Ziel erreicht!

Letzte Woche hat das erste Segelschiff unserer Bündnisflotte nun zum ersten Mal Menschen aus Seenot gerettet. Insgesamt 71 Flüchtende wurden aus zwei seeuntauglichen Booten gerettet und auf Lampedusa an Land gebracht. Die Männer und Frauen waren ohne Rettungswesten, dehydriert und teilweise schwer verletzt: In drei Fällen stellte das medizinische Team der Humanity 2 Knochenbrüche fest.

Diese Rettungen stellen einen großen Erfolg dar: Trotz politischem Gegenwind haben wir gemeinsam dazu beigetragen, die zivile Flotte um ein weiteres Schiff zu ergänzen. Als kleines Segelschiff bekommt die Humanity 2 nähere Häfen wie Lampedusa zugewiesen und ist flexibel einsetzbar. Außerdem ist sie umweltfreundlicher und kostengünstiger als große Rettungsschiffe.
Neben den guten Neuigkeiten gab es aber auch eine brutale Mahnung der tödlichen Realität im zentralen Mittelmeer: Noch vor der ersten Rettung musste die Crew der Humanity 2 drei Leichen bezeugen, die nicht geborgen werden konnten. In den vergangenen Wochen wurden mindestens 30 Leichen von der zivilen Flotte gesichtet. Unsere Gedanken sind bei den Verstorbenen und ihren Angehörigen.
Nach der Ausschiffung auf Lampedusa kam die nächste böse Überraschung: Die Humanity 2 wurde vorläufig unter dem Vorwand festgesetzt, die Behörden nicht ausreichend über die Rettungen informiert zu haben. Dabei hat die Crew stets im Einklang mit der völkerrechtlichen Pflicht, Menschen in Seenot unverzüglich zu retten, gehandelt. Die unrechtmäßige Behinderung von Rettungsschiffen hat System – wie die Erfahrungen unserer Bündnisflotte unten zeigen.
Jetzt spenden & Leben retten
Wir wünschen der Crew der Humanity 2 viel Kraft und viel Erfolg für den Rest des Einsatzes! Folgt uns auf Instagram, Facebook, Bluesky und LinkedIn, um Neuigkeiten zu unserer gesamten Bündnisflotte sowie zur Seenotrettung im Mittelmeer zu erhalten.

Mit herzlichen Grüßen
Sasha und das Team von United4Rescue
Sea-Watch 5: Rettungen, Bedrohungen, Leichen – und eine Festsetzung
Die Crew unseres Bündnisschiffs Sea-Watch 5 konnte Anfang Juli 52 Menschen aus Seenot retten. Der Hafen von Marina di Carrara – vier Seetage entfernt – wurde für die Ausschiffung der Geretteten zugewiesen.

Im August rettete die Sea-Watch 5 sechs Menschen nachts direkt aus dem Wasser. Nach der Rettung richtete ein Mitglied der libyschen Milizen eine Waffe auf die Crew. Glücklicherweise fielen diesmal keine Schüsse.
 
Tage später bot sich der Crew der Sea-Watch 5 ein schrecklicher Anblick: Sie sichtete 11 Leichen, die sie jedoch nicht aus dem Wasser bergen konnten. Nach der Ankunft im zugewiesenen Hafen von Neapel kam die nächste schlechte Nachricht: Die Sea-Watch 5 wurde aus fadenscheinigen Gründen für 45 Tage von den italienischen Behörden festgesetzt. Sie warfen Sea-Watch vor, die libyschen Behörden nicht über die Rettung der sechs Menschen informiert zu haben – obwohl die Sea-Watch 5 im Funkkontakt mit der sogenannten libyschen Küstenwache stand.
Zwei Tage altes Baby von der Humanity 1 gerettet
Anfang Juli konnte die Crew der Humanity 1 mitten in der Nacht sechs Menschen, die aus einem unbekannten Boot über Bord gezwungen worden waren, direkt aus dem Wasser retten. Zum Glück haben alle Geretteten überlebt. Einige Tage später wurden weitere zwölf Menschen aus Seenot gerettet, darunter sechs Frauen und ein Baby. Der Säugling war zum Zeitpunkt der Rettung gerade einmal zwei Tage alt. Gemeinsam mit seiner Mutter musste er notevakuiert werden.

Im August fuhr die Humanity 1 zu ihrem 28. Rettungseinsatz aus. Die Crew musste bezeugen, wie ein Patrouillenboot der sogenannten libyschen Küstenwache ein Boot in Seenot gejagt und gerammt hat. Anschließend hat unser Bündnisschiff insgesamt 73 Menschen, darunter mehrere unbegleitete Minderjährige, aus zwei seeuntauglichen Booten gerettet. Wieder einmal wurde auch hier ein unnötig weit entfernter Hafen für die Ausschiffung zugewiesen, nämlich Ravenna – ganz sechs Seetage entfernt.

Die Seabird 3 sichtet 300 Menschen in Seenot
Seit Anfang Juni hatte die Seabird 3 zehn Einsatztage über dem Mittelmeer. In dieser Zeit hat unser Bündnisflugzeug neun Boote in Seenot mit insgesamt über 300 Menschen gesichtet. Sobald ein Seenotfall gesichtet wird, meldet ihn die Crew an Behörden und Rettungsschiffe in der Nähe, damit die Rettung koordiniert werden kann. Das Aufklärungsflugzeug dokumentiert außerdem potenzielle Menschenrechtsverletzungen wie Pull-Backs. Neben Booten in Seenot musste die Crew auch mehrere leere Boote bezeugen; das Schicksal der Menschen an Bord bleibt ungewiss.
 
Banner mit Text: Neues aus der Seenotrettung
Todesfälle in Ceuta
Anfang August starben über 100 Menschen bei dem Versuch, von Marokko in die spanische Exklave Ceuta zu gelangen. Viele von ihnen ertranken direkt vor der Küste im Mittelmeer. Europäische Politiker:innen nutzen den Vorfall, um ihre Flüchtlingspolitik zu verschärfen und Migrant:innen zu Sündenböcken zu machen – obwohl keine Migrant:innen in der europäischen Schengen-Zone angekommen sind. Wir erinnern daran, dass das grundlegendste Menschenrecht das Recht auf Leben ist. United4Rescue betont: Man lässt keine Menschen ertrinken. Punkt.

Gerichte bestätigen: Festsetzungen von Rettungsschiffen waren rechtswidrig
Immer wieder setzen italienische Behörden Rettungsschiffe im Mittelmeer fest, um ihre Arbeit zu behindern – und zwar rechtswidrig. Zuletzt bestätigte ein italienisches Gericht, dass die Festsetzung unseres Bündnisschiffs Humanity 1 im Dezember 2025 unrechtmäßig war. Kurze Zeit später wurde auch die Festsetzung der Trotamar III, deren Winterwerft United4Rescue im vergangenen Jahr finanzierte, von einem Gericht aufgehoben. Diese Festsetzungen sind mit teuren Geldstrafen verbunden, schaden der öffentlichen Wahrnehmung der zivilen Seenotrettung und führen vor allem zu Lücken im Einsatzgebiet, wo Rettungsschiffe dringend gebraucht werden.
Banner mit Text: Neuigkeiten von United4Rescue
Bildungsmaterial: Menschenrechte auf dem Mittelmeer
Wer trägt Verantwortung, wenn Menschenrechte an Europas Außengrenzen missachtet werden? Wer hilft, wenn Menschen auf der Flucht in Seenot geraten? Wie bestimmen Werte unser tägliches Handeln? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt unseres Bildungsprojekts Zivile Seenotrettung — Menschenrechte auf dem Mittelmeer. Ziel ist es, Jugendliche in der außerschulischen Bildungsarbeit für die humanitäre Krise im Mittelmeer zu sensibilisieren, mit ihnen Werte zu reflektieren und ihre Medienkompetenz zu stärken.
Hier geht es zu den interaktiven und kostenlosen Lernformaten!

Haltung ist anziehend!
Der Herbst beginnt und das Wetter wird langsam kälter – Zeit für einen neuen Hoodie! In unserem Online-Shop findest du eine Auswahl an Hoodies, T-Shirts und Taschen, die unser Bündnispartner dna-merch fair und ökologisch herstellt. Angesichts der bevorstehenden Wahlen in Berlin, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern kühlt sich auch das politische Klima ab: ein Grund mehr, mit United4Rescue-Merchandise ein Zeichen für Menschenrechte im Mittelmeer zu setzen!
 
Neues Logbuch-Interview
In unserem neuesten Logbuch-Interview spricht der Fotograf Christian Weiß über seine Ausstellung „Traces“, die bis Anfang August im Kulturzentrum Klapperfeld in Frankfurt am Main zu sehen war. Bei der Ausstellung richtete Christian Weiß den Blick auf die materiellen Spuren („Traces“) von Flüchtenden entlang der EU-Außengrenzen. Habt ihr Interesse, die Ausstellung in eure Stadt zu holen?  Dann schreibt uns an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
 

„Where the Waves Took Her“: Kinofilm
Zusammen mit weiteren Organisationen aus dem Bereich Flucht und Migration präsentiert United4Rescue seit Ende August die Dokumentation „Where the Waves Took Her“. Der Film begleitet die Hebamme Anne-Katrin während eines Rettungseinsatzes an Bord unseres Bündnisschiffs Humanity 1 und gibt geflüchteten Frauen Raum, ihre eigenen Geschichten zu erzählen. Bis Ende September wird der Film in ganz Deutschland gezeigt: Finde hier eine Vorführung in deiner Nähe!

Benefizkonzert in Berlin 
Am 11. Juli fand ein Benefizkonzert für United4Rescue in der Berliner Samariterkirche statt. Nach einer kurzen Vorstellung unserer Arbeit sang der Samariterchor Werke von Dvořák und Pärt. Zusammen mit einer Kollekte am Folgetag wurden dabei über 1.900 € für die Seenotrettung gesammelt!

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