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Drei Jahre nach dem 7. Oktober
Drei Jahre nach dem 7. Oktober kam unser palästinensisch-israelisches Team zusammen. Aufgrund massiver Abriegelungen im gesamten Westjordanland war ein persönliches Treffen nicht möglich; wir trafen uns also online, und jede und jeder von uns war eingeladen, zu teilen, was dieser Tag für uns persönlich bedeutet.
Fatima, unsere palästinensische Bildungskoordinatorin, ergriff als Erste das Wort. Sie teilte Erinnerungen an ihre Mutter, die im Gazastreifen durch eine israelische Drohne getötet worden war. Wir saßen schweigend da, während sie vom Verlust ihrer Familie, ihres Zuhauses und des Lebens, das sie kannte, berichtete. Sie erzählte uns, dass die Hoffnung sie trägt – und dass es sich lohnt, selbst wenn unsere Arbeit nur einen Unterschied von einem Prozent bewirkt. Viele von uns weinten mit ihr, während sie sprach. Unsere israelischen Kollegen blieben still; sie trugen ihren eigenen Schmerz, ihre Trauer und die quälenden Erinnerungen an den 7. Oktober in sich.
Uns allen ist bewusst, dass drei Jahre verheerender Gewalt weder den Israelis Sicherheit noch den Palästinensern Freiheit gebracht haben. Es kann keine Zukunft geben, die auf Besatzung, ethnischer Säuberung, Völkermord und der Missachtung palästinensischer Rechte aufbaut. Ebenso wenig kann mehr Gewalt jene Sicherheit schaffen, die den Israelis zusteht. Wir brauchen dringend eine neue Vision für die Zukunft.
Gerade als sich die Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit des Augenblicks breitzumachen drohten, gab uns Fatima Grund zu der Annahme, dass eine andere Zukunft nach wie vor möglich ist. Ihre gewohnte Herzlichkeit und ihr Optimismus kehrten zurück, als sie uns über die „Freedom School“ informierte – unser wichtigstes Bildungsprogramm. Der siebte Jahrgang beginnt in Kürze und bringt 27 junge Palästinenser aus dem gesamten Westjordanland zusammen, darunter auch aus abgelegenen Dörfern und Flüchtlingslagern. Viele kannten „Combatants for Peace“ bereits durch Videos unserer Arbeit und unseres gemeinsamen palästinensisch-israelischen Engagements vor Ort.
Was Fatima am meisten überraschte, war die Offenheit dieser neuen Generation für die Idee des gewaltfreien, gemeinsamen Widerstands und des gemeinsamen Handelns. Gerade junge Menschen aus Gemeinschaften, die am stärksten von der Besatzung betroffen sind, zeigen sich besonders offen für eine Zusammenarbeit, um Veränderungen zu bewirken.
Genau diese Hoffnung möchten wir heute mit Ihnen teilen.In einem Moment, in dem es so scheinen mag, als schwinde der Spielraum für einen anderen Weg in die Zukunft, findet uns eine neue Generation – und entscheidet sich für Gewaltfreiheit, gemeinsamen Kampf und eine andere Zukunft. Rana beendete unser Treffen, indem sie den letzten Absatz des Gedichts „Weiße Lilien“ von Mahmoud Darwish vorlas:
Mit Kraft und Hoffnung,

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